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Häufige Läuferverletzungen

Es gibt nur zwei Arten von Läufern: entweder extrem motiviert oder zu Tode betrübt, weil sie verletzt sind und nicht laufen können. Leider wechseln sich diese beiden Zustände häufig ab.

Wenn Sie schon einmal verletzungsbedingt zu einer Trainingspause gezwungen wurden, dann wissen Sie, dass nicht nur die körperlichen Schmerzen einem ganz schön zu schaffen machen, sondern auch die psychischen Belastungen. Sie würden gerne laufen, doch da ist dieses dämliche Knie, die blöde Sehne oder der zwickende Fuß, die sich gegen uns verschworen zu haben. Oftmals gehen wir Läufer über unsere Grenzen. Wir meinen, wir sind abgehärtet und ignorieren häufig die ersten Anzeichen einer Verletzung. Frei nach dem Motto: „was uns nicht tötet, härtet uns ab“. Im Laufsport gilt das Gegenteil: Wenn es im Bewegungsapparat weh tut, dann auf keinen Fall ignorieren und weiterlaufen!

Die meisten Verletzungen entstehen durch falsche Lauftechniken oder orthopädische Probleme und nicht durch Umknicken auf unwegsamem Gelände. Oft stellen sich Läufer die Frage: „Wie kannst ich mich verletzt haben, wenn doch gar nichts passiert ist?” Meist wird es als einfacher beziehungsweise als ein bisschen Muskelkater abgetan – also nicht so anstellen. Doch gerade diese Verletzungen, die „mal so einfach” da sind, genau diesen sollte man besondere Beachtung zollen. In einem können Sie sich sicher sein, diese kommen immer wieder, wenn Sie nicht die Ursache verändern sondern nur die Symptome.

Ihr Fuß muss beim Laufen vielfache Ihres Körpergewichts abfangen und durch die einseitigen Belastungen bei Ihren Laufschritten können Überlastungsschäden entstehen, welche durch individuellen Faktoren wie zum Beispiel: zu hohes Gewicht, falsche Lauftechnik, unwegsames Gelände, verkehrtes Schuhwerk, muskuläre Dysbalancen, Fehlstellungen oder durch sogenannte Pro- oder Supinationsstellung noch verstärkt werden.

Überlastungsschäden in Fuß und Oberschenkel

Achillessehne

Ein absoluter Klassiker unter den Laufverletzungen ist eine Reizung der Achillessehne. Probleme mit ihr kündigen sich meistens schleichend an, bevor es zu chronischen Schmerzen kommt. Meist verspürt man einen stechenden Schmerz morgens, direkt nach dem Aufstehen. Sie spüren diesen Schmerz im Bereich des körpernahen Anteils der Achillessehne. Spätestens nun ist eine Trainingspause angesagt und der Gang zum Orthopäden. Wer einfach weiterläuft, riskiert chronische Schmerzen entlang der gesamten Sehne und eine Anschwellung der Achillessehne.


Entzündung der Sehnenplatte (Plantar-Faszitis)

Die Plantar Faszitis ist eine Entzündung der Sehnenplatte, welche das Fußgewölbe bei Längs- und Querbelastung stützt! Hauptursache hierfür ist ein stechender Schmerz unter der Ferse, der vor allem frühmorgens beim Aufstehen auftritt. Da die Ursache hierfür meist ein Übertraining ist, gilt es hier in jedem Fall eine Laufpause einzulegen.


Shin-Splint-Syndrom

Das so genannten Shin-Splint-Syndrom ist ebenfalls eine klassische Laufverletzung, welcher vor allem aufgrund von ausgelassenem Warm-Up, laufen auf Asphalt, sehr starker Steigung oder einem falschen Laufstil (Fersenläufer) entstehen. Eine Überbeanspruchung der Beugemuskulatur führt zu Schmerzen bei schnellen Sprints, Sprüngen oder beim Vorfußlaufen. Vor allem Schmerzen an der hinteren, inneren Schienbeinkante sind bei Druck nahezu unerträglich. Entgegenwirken können Sie dieser Verletzung mit einer Laufpause und Kühlung.


Scheuersyndrom des Tractus-Illiotibialis

Der Tractus Illiobialis verläuft von der äußeren Hüfte über den äußeren Oberschenkelknochen bis hin zum Schienbein. Beim Laufen wird der Muskel ständig über das Knie und über den äußeren Oberschenkel gezogen. Im schlimmsten Fall wird dabei die Knochenhaut am äußeren Schienbeinknochen so stark gereizt, dass es zu sehr starken Schmerzen der Knochenhaut im äußeren Kniegelenk oder zu einem Druckschmerz im Bereich des äußeren Seitenbandansatzes kommt. Da es sich hierbei um eine schleichend immer stärker werdende Verletzung handelt, ist es typisch, dass die Intensität des Schmerzes mit der Dauer und Intensität des Laufes zunimmt.


Schmerzen in der Kniescheibe

Wer sein Lauftraining zu schnell steigert und es mit Tempotraining übertreibt, der bekommt es sehr schnell mit Kniescheibenschmerzen zu tun. Die ersten Symptome sind ein Druckschmerz im inneren Bereich unter der Kniescheibe sowie Reibegeräusche hinter der Kniescheibe. Bemerken Sie diese, könnten Sie Ihren Laufschuh zunächst gegen einen mit niedriger Sprengung austauschen, eine Kniescheibenbandage anlegen und somit den Schmerzpunkt versorgen.


Patellaspitzensyndrom

Mit einem Patellaspitzensyndrom meint man einen chronischen Überlastungsschaden der an der Kniescheibe ansetzenden Sehnen. Diese äußern sich vor allem mit Schmerzen bei der Kniestreckung oder beim Treppensteigen. Darüber hinaus kann die Patellaspitze auch anschwellen. Ursache für diese Verletzung ist meist eine Überlastung durch Laufen auf Asphalt oder zu schnellem Bergablaufen. Das Patellaspitzensyndrom können Sie mit einer Bandage mildern, allerdings solltet Sie trotz Bandage bis zum Abklingen der Schmerzen auf weiteres Lauftraining verzichten.

Laufpause oder ab zum Arzt?

Viele Überlastungsschäden lassen sich gut selbst zuhause behandeln – oftmals bedarf es einfach nur einer Laufpause von ein bis zwei Wochen, etwas Wärme oder Eis und eventuell einer entzündungshemmenden Salbe.

Wer jedoch trotz des selbst auferlegten Laufverbots keine Besserung spürt, oder die Schmerzen sogar stärker werden, der sollte dringend einen Arzt aufsuchen und das ganze abklären zu lassen. Auch wenn dieser Ihnen vielleicht etwas diagnostiziert, was Sie gar nicht hören wollen! Es ist besser eine Pause von drei Monate, als dass Sie unweigerlich an Ihrem Trainingsplan festhalten und damit Ihre Gesundheit so richtig in Gefahr bringen. Kein Ziel ist so wichtig, dass Sie Ihr nächstes halbe Jahr auf Krücken verbringen möchten!


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